Ich bin Lina.
Die Handwerkerin, die Dein Ding mit Dir baut und danach nicht verschwindet.
Meine Werkstatt liegt am Ende der Straße.
Hinter den Scheiben brennt warmes Licht. Drück die Tür auf. Drinnen riecht es nach frischem Holz, und an der Werkbank ist schon viel entstanden. Ich mache das hier seit langer Zeit. Ich habe viele kommen sehen, die dachten, das ist nichts für sie. Für die bin ich da.
Du baust nichts auf. Es steht schon bereit.
Das Werkzeug hängt geputzt an der Wand, jedes an seinem Haken. Die Maschinen sind warmgelaufen, das Material liegt sauber gestapelt. Es riecht nach Sägemehl und Leim. Den ganzen trockenen Aufbau habe ich Dir abgenommen. Du bringst die Idee. Der schöne Teil, das Machen, bleibt Deiner.
Ich bin nie ganz allein hier, und Du bist es auch nicht.
Ich kenne meine Leute, einen kleinen Kreis, auf den Verlass ist. Braucht Dein Werk eine Adresse oder ein Postfach, greife ich zum Hörer und regle es. Du bekommst nur das fertige Ergebnis. Und da ist mein Obermechaniker. Er kommt mit einer dampfenden Tasse herüber, schaut Dir über die Schulter und brummt: Schöne Arbeit! Das Stück da drüben würde ich mir noch mal ansehen. Jahrzehnte an der Werkbank, ein Auge, dem nichts entgeht, und immer freundlich.
Kippt einmal etwas um, ist alles sicher verwahrt und kommt sauber zurück. Nachts wacht eine leise Alarmanlage. Meine Anwältin und meine Datenschützerin gehören dazu, weil das heute so ist.
Ich komme in Deiner Hosentasche mit.
Bist Du längst zu Hause, bleibe ich an Deinem Werk dran. Meldet sich etwas, das Dich braucht, schreibe ich Dir aufs Handy, in normalen Worten, früh genug.
Eine Werkstatt der alten Schule. Keine Kette.
Bei mir bist Du keine Nummer. Du klopfst, Du hörst Schritte, die Tür geht auf. Du fragst etwas, und ich antworte Dir. Kein Band, keine Warteschleife. Ich weiß, woran Du baust, ohne nachzuschlagen.